Theater

Wie viel Theater braucht ein Kind?

Johannes glänzt mit einer hervorragenden Abiturrede. Er weiß sein Publikum zu fesseln ,nicht nur durch den Inhalt, sondern auch durch seinen Ausdruck, den Vortrag insgesamt – sicherlich er ist ein brillanter Kopf – aber nicht zuletzt auch ein Schille Kind. Ein Schüler, der durch das Theaterspiel zur Sprache kam und gelernt hat, sich in verschiedenen Situationen auszudrücken, sowohl rhetorisch als auch mit seiner Körpersprache. Die Schille, bis 2004 das „Theater der Kirche“, wird seit 1992 vom Evangelischen Schulzentrum für die Theaterarbeit und die entsprechenden Aufführungen genutzt. Unser Schultheater verfügt über „professionelle“ Theatertechnik (Beleuchtung, Tonanlage), im Saal über 99 Sitzplätze und über ein mit einer Kleinkunstbühne ausgestattetes Café, das nach den Aufführungen zum Verweilen einlädt. Eine pädagogische Besonderheit des Evangelischen Schulzentrums ist das MUM (Musen und Medien)- Profil. In diesem Profil, ab der 8. Klasse wählbar, werden die Fächer Musik, Kunst, darstellendes Spiel, Film und Medienkunde fächerverbindend zusammengefasst unterrichtet. Am Ende jedes Schuljahres werden die Ergebnisse präsentiert hier reichen die Aufführungsthemen vom „Antike Projekt – Antigone“ bis „Der Schlafwagen Pegasus“ von Thornton Wilder. Seit Beginn der Nutzung durch das ESZL gab es über 35 Premieren der Schultheatergruppen (AGs). Zur Zeit gibt es 6 Ensembles an unserer Schule. Aus diesen Gruppen entstand in den letzten Jahren eine Reihe von „Jazz und Lyrik“ Programmen, die das Theater über die Schulgrenzen hinaus bekannt machte und nicht nur die Aufführungszahl (das letzte Programm „Jazzmosphere weckert Borchert“ hatte 20 Vorstellungen), sondern vor allem die Qualität des Dargebotenen geht weit über die übliche Schultheaterarbeit hinaus. Neben der schuleigenen Theaterarbeit bietet die Schille auch professionelle Theateraufführungen von Stücken an, die für den Schulunterricht besonders relevant sind, z.B. „Nathan der Weise“ oder „Bonhoeffer“ und so von ganzen Klassen besucht werden. Doch es ist nicht nur das perfekte Spiel, welches wir anstreben, sondern vielmehr der allgemeine Nutzen für den Heranwachsenden. Um auf den Untertitel zurückzukommen, die Möglichkeit sich in einem öffentlichen Raum durch Theaterspielen ausprobieren zu können, prägt und entwickelt in den Jugendlichen Fähigkeiten, die heute in den meisten Berufen gefragt sind.

Jutta Stahl-Klimmt

Schille

Musik und Kunst (Profil)

Projekte: Gegen den Strom