Konzeption des Hortes

 

Gott der Vater und Schöpfer hat dich bei deinem Namen gerufen.
Er nimmt dich an, so wie du bist.
Und gibt dir eine Zukunft.

Auch ich mag dich, so wie du bist.
Und ich traue dir etwas zu,
deshalb versuch` es bitte zunächst einmal selbst.
Wenn du mich aber brauchst, bin ich für dich da.

Du bist wichtig, und du hast eine Zukunft.

Vorwort

Der Hort des Evangelischen Schulzentrums Leipzig bringt sich konzeptionell in das Gesamtkonzept der Schule ein.

 Die Arbeit mit unseren Kindern ist durch die Zusage Gottes zu jedem einzelnen Menschen, seinem Ja zu jedem Geschöpf und durch die dialogischen Begegnungen von Mensch zu Mensch bestimmt.

Kinder sind vollwertige Personen, die ein „Recht auf Achtung“ (Janusz Korczak) haben.

Erziehung wird durch Liebe, Vertrauen und Wertschätzung bestimmt, die allem menschlichen Handeln nach christlichem Glauben zugrunde liegt. Gott gibt jedem Menschen seine unverwechselbare Würde und Integrität, so können wir gar nicht anders, als unsere Arbeit unter diesem Auftrag zu verstehen.

Unsere Schulkinder sollen im Hort Anregung, Ausgleich und Entspannung erfahren.

Hort darf Spaß machen und soll zugleich Orientierung geben.

Wir bieten Beschäftigungen und Angebote ohne sie zu verordnen.


1. Die Gedanken die uns den Weg zeigen: Unser Leitbild
Wir begleiten Kinder in grundlegenden Jahren ihrer Entwicklung und eröffnen ihnen Zugänge zum christlichen Glauben. 
Die Kinder sollen spüren, dass sie ernst genommen werden. Wir sind ihnen Gesprächspartner. Sie sollen sich unserer Wertschätzung sicher sein, damit die Grundlage für ein echtes Vertrauensverhältnis gegeben ist.
Ihrem Alter und Entwicklungsstand entsprechend brauchen die Kinder Freiräume, aber auch verlässliche Grenzen und verständliche Regeln, damit sie sich zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln können.
Wir gehen von den Stärken des jeweiligen Kindes aus und begegnen ihm mit Achtung und Aufrichtigkeit.
Jedes Kind ist in der Lage, Akteur seiner Entwicklung zu sein.
2. Das Leben, die Situation und Bedürfnisse von Kindern und Familien: unser Ort

Hortzeit ist nicht schulverplante Zeit im verplanten Alltag der Kinder, nimmt schulisches Erleben ernst und auf und bietet Raum zur Verarbeitung.
Die Kinder nutzen die Hortzeit unter anderem um Kontakte zu Kindern ihrer Klasse oder ihrer Schule zu pflegen, da sie teilweise weit entfernt von der Schule wohnen.
Eltern wollen unseren Hort, weil sie Beruf und Familie vereinbaren möchten, weil sie ihren Kindern auch am Nachmittag Kontakte zu anderen Kindern ermöglichen wollen, weil sie eine ganztägige Bildung, Erziehung und wertgebundene Betreuung wünschen.

3. Die Geschichte, Daten und Fakten: Unser Haus

Das Evangelische Schulzentrum wurde 1991 gegründet. Es gehörte von Anfang an ein Hort dazu. Zunächst besuchten 20 Kinder den Hort. In den folgenden Jahren erfuhr der Hort einen regen Zuwachs. Mit dem Anwachsen der Grundschule von zwei auf acht Klassen, wuchs auch der Hort auf 200 Kinder und 11 Erzieherinnen.

Der Hort des Evangelischen Schulzentrums ist im Gebäude der Schule integriert. Zusätzlich besteht eine Außenstelle in der Hohe Str., in welcher zwei Klassen betreut werden.
Die Schule befindet sich am Rand der Innenstadt von Leipzig. Sie ist über den Bayerischen Bahnhof besonders verkehrsgünstig von allen Richtungen der Stadt erreichbar. Das Schulzentrum liegt in einem wohnungsbaumäßig aufstrebenden Gebiet.

Besonders wichtig für das Zusammenspiel von Trägerschaft und Schulzentrum ist die Nachbarschaft zur Peterskirche, welche direkt vor dem Schulgebäude steht. Da die Kinder der Schule/ des Hortes aus der ganzen Stadt und dem Landkreis Leipzigs kommen, ist die zentrale Lage der Schule sehr günstig.
Der Clara- Zetkin- Park ist in 20 Minuten zu Fuß erreichbar und bietet damit den Ausgleich zum Lärm der Großstadt.

4. Die Impulse für unsere pädagogische Arbeit: Unsere Ziele

Unser pädagogischer Ansatz gründet auf dem christlichen Menschenbild und christlichen Werten.
Das Evangelium ist eine frohe Botschaft. Sie macht Mut das Leben für sich und andere zu gestalten. Dies ist in alltäglichen Lebenszusammenhängen im Hort erfahrbar.
Wir wollen mit Kindern religiöse Feste des Kirchenjahres feiern und den Glauben vertiefen.
Wir möchten, dass jedes Kind sich als Teil der Schöpfung begreift. Kinder sollen mit Spaß und allen Sinnen die Natur für sich entdecken.
Wir gehen verantwortungsvoll mit allen Geschöpfen der Natur um.
Zur Aufgabe der Freizeitgestaltung gehören drei entscheidende Ziele: die Stärkung der Ich- Kompetenz, der Sozialkompetenz und der Sachkompetenz der Kinder.
Stärkung der Ich- Kompetenz heißt Selbsterkenntnis zu entwickeln und Selbstbewusstsein zu gewinnen. Sozialkompetenz heißt, das Zusammenleben mit anderen Menschen positiv gestalten zu können und Sachkompetenz heißt sachliche und fachbezogenen Urteile fällen, also auch einen objektiven Standpunkt einnehmen zu können.
Wir ermöglichen Kindern die Erfahrung von Freiheit und Geborgenheit, Selbstständigkeit und Gemeinschaft, eigener Spiritualität und gemeinsamen Ritualen, und setzen diese Erfahrungen auch in Beziehung zu Bibel und kirchlichen Traditionen.
Wir schaffen Bedingungen, durch die Prozesse der Selbstbildung ermöglicht werden. Dafür bieten wir Räume, eine vorbereitete Umgebung und ein differenziertes, allen Kindern zugängliches Materialangebot.
Es ist unser Bestreben, dass die Jungen und Mädchen unseres Hortes Eigenverantwortung für Körper, Geist und Seele übernehmen (gesundes, selbstbestimmtes Verhältnis zum eigenen Körper, Gefühle äußern zu können, eigene Antriebskräfte kennenzulernen, verantwortungsvoll gegenüber Mensch, Natur und Umwelt zu handeln).
Die Gemeinschaftsfähigkeit wird herausgebildet (solidarisches Handeln, Mitgefühl zeigen, zuverlässig sein, kommunizieren, Regeln entwickeln und einhalten, Konflikte untereinander lösen).
Wir fördern Kreativität, Forscherdrang und Wissbegierde (Zusammenhänge erkennen, neue Lösungswege finden, neugierig sein, phantasievoll spielen, gestalten und experimentieren, Kulturen erforschen, sich am Kulturleben beteiligen).
Wir erkennen Verschiedenartigkeit als Chance.

5. Der pädagogische Ansatz und seine Gestaltung: Unser Alltag

Unsere Kinder werden inden bestehenden Klassenverbändenim Hort betreut. Jede Hortgruppe hat eine feste Bezugsperson, welche die Anwesenheit des Kindes kontrolliert.
Im freien Spiel können die Kinder eigene Kontakte aufbauen, frei und lustvoll mit Menschen und Materialien und Zeit umgehen. Sie haben dort die Möglichkeit zu agieren, sich auszuruhen oder einfach nur zu beobachten. Gerade für unsere Hortkinder ist diese Zeit besonders wichtig, damit sie nach einem langen Schultag selbst über ihre Beschäftigung entscheiden können.
Die Erzieherinnen sind in dieser Zeit für die Kinder da, schenken ihnen Aufmerksamkeit und Gehör. Sie beobachten die Kinder und dokumentieren in verschiedenster Weise (Portfolio, Fotos, Videosequenzen, Beobachtungsprotokolle usw.) die Entwicklung der Kinder in unserer Einrichtung. Für jedes einzelne Kind wird eine Bildungsdokumentation erstellt, welche es ermöglicht an den Stärken des Kindes anzuknüpfen und darüber Schwächen zu kompensieren.

Durch tägliche Rituale bekommen die Kinder Orientierung und die Sicherheit, die sie benötigen.

Gruppenübergreifende Angebote:
Mittwochs findet für die Kinder ein offenes Angebot statt, in welches sie sich nach eigenem Ermessen und eigenen Interessen einwählen können. Themen dieser Angebote (ca. sechs verschiedene Angebote, gültig für 14 Tage)) ordnen sich im weitesten Sinn unter unser jährlich wechselndes Jahresthema.

Die "Begrüßungszeit" spielt eine wichtige Rolle. Die Kinder benötigen dringend Ansprechpartner, Bezugspersonen die jetzt einfach nur "da sind", zuhören, mitspielen. Konflikte aus der Schule müssen noch geklärt, Ärger muss abgelassen werden. Stimmungen der Kinder können von den Bezugspersonen erfasst werden, was wichtig für den weiteren Tagesablauf ist.
 
In der Hausaufgabenzeit, unterstützen Erzieherinnen die Kinder beim Lernen bzw. Erledigen ihrer Hausaufgaben.
Hausaufgaben sind Teil des Schullebens.
Eine anstrengende Zeit, aber auch das gehört zum Alltag eines Schulkindes. Wir haben feste Hausaufgabenzeiten, damit die Kinder im Haus die größtmögliche Ruhe und die wenigste Ablenkung haben.
Wir helfen, wo es nötig ist, üben aber auch Zurückhaltung und Passivität, wenn es sein muss. 
Nachschriften können von den Kindern untereinander diktiert werden, Vokabeln abgefragt und Geschichten leise gelesen werden. Für jedes Kind wollen wir den richtigen Rahmen schaffen, damit es die Lernatmosphäre hat, welche es benötigt. Kontakt mit den Lehrern zu halten und die Eltern darüber zu informieren ist selbstverständlich. So wissen wir, wie die Kinder in der Schule zurechtkommen, in welchen Bereichen wir sie unterstützen können.

6. Die Gefährten auf unserem Weg: Die Zusammenarbeit mit unseren Eltern

Wir nehmen Gedanken und Erwartungen von Eltern ernst und suchen gemeinsam nach den besten Entwicklungsmöglichkeiten für die Kinder.
Die Eltern sind uns wichtige Partner, deshalb spielt die Dokumentation über die Entwicklung der Kinder eine wichtige Rolle
Wir beziehen Eltern in die Verantwortung für die Arbeit ein- durch demokratische Formen der Mitbestimmung.
Wir begleiten im Dialog mit Eltern die Entwicklung des Kindes und wertschätzen die Eltern als die kompetentesten Partner für die Belange ihres Kindes.
Feste Größen in der Zusammenarbeit sind Mithilfe bei Festen und Unternehmungen, beim Sammeln von Materialien jeglicher Art, bei der Durchführung von Elternabenden sowie als Elternsprecher
Die Verbindungen gestalten: Die Vernetzung in der Öffentlichkeit

Unser Hort nimmt seine gesellschaftliche Aufgabe wahr, indem er, als Teil des Gemeinwesens, mit anderen Institutionen zusammenarbeitet.
Wir vermitteln bei Bedarf weitere Hilfeangebote für Kinder und Familien.

7. Die Verbindung gestalten: Die Vernetzung in der Öffentlichkeit

Unser Hort nimmt seine gesellschaftliche Aufgabe wahr, indem er, als Teil des Gemeinwesens, mit anderen Institutionen zusammenarbeitet.

Wir vermitteln bei Bedarf weitere Hilfeangebote für Kinder und Familien.

8. Die Basis für das Gelingen: Die Zusammenarbeit im Team

Wir sind auf einem gemeinsamen Weg, den alle Beteiligten im Rahmen ihrer eigenen Fähigkeiten und Aufgaben innovativ mitgestalten.
Wir arbeiten zusammen in gegenseitiger Akzeptanz und Loyalität, entwickeln Kritikfähigkeit und tragen Mitverantwortung für Atmosphäre und Niveau unserer Einrichtung.
Wir stellen uns den Herausforderungen neuer pädagogischer und psychologischer Erkenntnisse, reflektieren unsere Arbeit und ermöglichen fachliche Qualifizierung.
Wir treffen uns einmal wöchentlich zu einer Beratung im Team.

9. Die Rhytmisierung: Angebote in kleinen Gruppen

Der Mensch ist zutiefst rhythmisch: Lebensrhythmen, Lernrhythmen, Rhythmik von Bewegung und Sprache.
Jedes Kind in der Kindergruppe lernt in seinem eigenen Rhythmus. Wenn dem Kind ein fremder Lernrhythmus aufgezwungen wird, kann es seine Fähigkeiten nicht optimal entwickeln.
Aus diesen Gründen ist es erforderlich, den Kindern auch im Nachmittagsbereich zu ermöglichen, seinem eigenen Rhythmus entsprechend, Angebote zu nutzen. Täglich werden kleinere Angebote für Gruppen von ca. 10 Kindern unterbreitet.
Dafür stehen verschiedene Räume zur Verfügung: Klassenzimmer, Andachtsraum, Bibliothek, Korridore der 1. und 2. Etagen, Turnhalle und Gymnastikraum.
Außerdem werden die ersten Klassen häufig von zwei Erzieherinnen betreut, und dadurch wird es möglich, kleinere Gruppen nach deren Neigungen und Interessen aus der großen Gruppe zu lösen.
So können die Kinder lernen, ihre Freizeitselbstgesteuert einzurichten, ihre Leistungskurve zu berücksichtigen, Pausen einzulegen damit Spannung und Entspannung abwechseln.

10. Die Perspektiven für die Zukunft

Wir werden im Team von „Colibri“ Management Service zu Qualitätsmanagement in Kindertagesstätten angeleitet.
Unsere Arbeit orientiert sich am aktuellen Erkenntnisstand der Pädagogik, der Entwicklungspsychologie- und Physiologie sowie Familien- und Bildungsforschung.
Die Erzieher bilden sich regelmäßig weiter und informieren sich über Literatur und Internet zu relevanten Themen.
Die Zusammenarbeit zwischen Hort und Grundschule soll weiter ausgebaut werden. Im Interesse der Kinder wollen wir diese Zusammenarbeit professionalisieren. Lehrer und Erzieher einer Klasse arbeiten eng zusammen und tauschen wichtige Informationen aus.
Bauliche und organisatorische Gegebenheiten werden bestmöglich genutzt und verbessert.

11. Partizipation

Unser Hort soll ein Ort sein, an dem sich unsere Kinder wohlfühlen und den sie mitgestalten dürfen.  Da wir die Kinder als Akteure ihrer eigenen Entwicklung sehen, gestalten wir  Hortalltag mit ihnen gemeinsam. Wir geben ihnen Raum, ihre Umwelt aktiv mitzugestalten. Dies erfolgt nicht nur in der Raumgestaltung, bei denen die Kinder gemeinsam mit der Gruppenerzieherin beraten, sondern auch  im täglichen Miteinander bei der Gestaltung des Hortalltags. Wir sehen uns dabei als zuverlässige Partner, die die Kinder mit ihren Bedürfnissen und Ideen wahrnehmen und unterstützen.

In den täglichen, gemeinsamen Begrüßungsrunden  wird den Kindern die Möglichkeit gegeben, ihre Wünsche und Anliegen vorzubringen und es wird gemeinsam in der Gruppe überlegt, wie diese umgesetzt und geplant  werden können.

Wir begegnen  unseren Kindern mit Achtung und Toleranz, nehmen  ihre Gefühle und Bedürfnisse wahr und ermutigen sie, diese zu artikulieren. Sie lernen sich dabei mit Konflikten auseinander zu setzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen und Entscheidungen zu treffen (nach dem jeweiligen Entwicklungsstand).

Auch unsere wöchentlichen Mittwochsangebote orientieren sich nicht nur am Jahreskreis, sondern vor allem an den Interessen der Kinder. Dabei entscheiden sie selbst, welches Angebot sie annehmen. Durch regelmäßige Fragebögen zu unterschiedlichen Themen, die Kinder betreffend, wirken diese sich auch auf unsere pädagogische Arbeit aus.

Bei der Anschaffung neuer Spielgeräte werden die Kinder mit einbezogen

Unsere Kinder werden auch bei der Gestaltung besonderer Feste einbezogen. So ist unser alljährlicher Fasching  ein offenes Angebot, welches sich an den Interessen und Vorlieben der Kinder orientiert. Die Kinder werden aufgefordert, ihre Ideen einfließen zu lassen.

Wir geben den Kindern Raum zur Meinungsäußerung, damit sie erleben, dass sie eine Stimme haben und sie ihre Meinung sagen können.

  • Wir geben den Kindern Raum zur Meinungsäußerung, damit sie erleben, dass sie eine Stimme haben und sie ihre Meinung sagen können.
12. Beschwerdemanagement

Siehe QM

13. Kindeswohlgefährdung

§ 8a SGB VIII Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

 

Literaturverzeichnis

  • Schlummer, Bärbel und Werner, Erfolgreiche Konzeptionsentwicklung in Kindertagesstätten, 2003
  • Leitlinien für evangelische Kindertagesstätten in Sachsen, Diakonie Sachsen
  • Leipziger Fachplan für Kindertageseinrichtungen und Tagespflege
  • Fortschritt, Orientierung für die pädagogische Arbeit, 1997, Stadt Leipzig