Eva Schulze trifft ...
"Eva Schulze trifft ..." Dr. Johannes Hartl am 13./14. November 2025
Seit 2020 gibt es nun bereits „Eva Schulze trifft…“ - eine Reihe, in der wir Menschen des öffentlichen Lebens, Wissenschaftler oder Künstler einladen, um über Gott und den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen.
Durch die Unterstützung des Fördervereins konnten wir in diesem Jahr am 13. und 14. November 2025 den nächsten Gast in dieser Vortragsreihe begrüßen. Unser Referent war Dr. Johannes Hartl, Philosoph und Theologe aus Augsburg, der zum Thema „Hoffnung für ein neues Morgen“ sprach.

Organisiert von der Eltern AG „Christliche Werte leben“ gab es am Donnerstagabend einen öffentlichen Vortrag für alle Interessierten der Schulgemeinschaft. Am Freitagvormittag durften interessierte Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe sowie einzelne 9. und 10. Klassen den Vortrag Dr. Hartls hören.
Darin machte Dr. Hartl deutlich, dass die heutige Kultur von dystopischen Zukunftsbildern dominiert wird, die z.B. in Filmen und Serien wie Matrix, Terminator oder Squid Game sichtbar werden. Die Folge ist eine Lähmung durch Angst. Sein Vortrag war ein starker Appell, dieser Lähmung aktiv entgegenzutreten.
Die drei zentralen Thesen, die er für ein zukunftsfähiges Leben benannte, waren:
Mut ist eine Tugend: Mut zur Hoffnung ist eine bewusste, aktive Haltung und keine passive Erwartung. Angesichts dystopischer Kulturbilder und realer Krisen müssen wir uns aktiv dafür entscheiden, trotz aller Widrigkeiten optimistisch und handlungsfähig zu bleiben.
Mut zur Entscheidung (Fokus): Die moderne Angst vor der falschen Entscheidung führt zur Untätigkeit. Dr. Hartl betonte, dass es wichtiger ist, überhaupt zu handeln und sich zu engagieren, als aus Angst vor dem Irrtum in der Lähmung zu verharren.
Das Menschenbild als Fundament: Das christliche Menschenbild, das dem Menschen unantastbare Würde verleiht, ist die tragfähigste Grundlage. Es liefert das Vertrauen und den Mut, das eigene Leben verantwortungsvoll zu gestalten und die Sinnkrise zu überwinden.
Ein wichtiger Teil beider Veranstaltungen bestand darin, dass Dr. Johannes Hartl auch ganz offen über seinen persönlichen Glauben und seine Beziehung zu Gott sprach. Er erklärte, dass Menschen immer etwas haben, woran sie sich orientieren – einen inneren Kompass oder „Nordstern“. Er beschreibt den christlichen Glauben als Quelle seines Lebens und das Niederknien in der Anbetung vor Gott als eine Grundgeste des freien Menschen. Er zitierte „Wer vor Gott kniet, kann vor Menschen aufrecht stehen.“ – eine Haltung, die Demut und innere Stärke verbindet.
An die beiden Vorträge schloss sich jeweils eine intensive Fragerunde an, in der das Publikum die Möglichkeit nutzte, sich mit den Thesen auseinanderzusetzen und darüberhinausgehende Fragen an den Referenten zu stellen.
Am 26. September 2024 fand mittlerweile zum fünften Mal eine Veranstaltung in unserer Vortragsreihe „Eva Schulze trifft…“ statt. Unser Gast in diesem Jahr war der Historiker Dr. Jürgen Spieß aus Marburg.
Jürgen Spieß verlor bei einem Autounfall vor vielen Jahren seine Frau und sein zehn Monate altes Kind, er selbst erlitt lebensbedrohliche Verletzungen und musste zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. In seinem Vortrag schildert er, warum er trotz seines persönlichen Leids und des Leids in der Welt Christ ist und wie er Trost im christlichen Glauben findet.
Dr. Spieß stellt sich dem Vorwurf „Wenn es einen Gott gibt, warum gibt es dann so viel Leid in der Welt?“ mit einer Gegenfrage „Wenn es keinen Gott gibt, warum gibt es dann so viel Schönes in der Welt?“. Wir erleben ja nicht nur Leid, sondern auch so viel Schönheit in der Natur, der Kultur und in menschlichen Beziehungen. Es braucht eine Antwort auf beide Fragen. Der Atheismus bietet keine Hoffnung, keinen Trost in Bezug auf Leid und Tod. Für den christlichen Glauben ist Leid und Tod die Folge der Trennung des Menschen von Gott. Der Mensch missbraucht die ihm anvertraute Freiheit und verursacht dadurch Leid und Schmerz. Die Bibel erklärt weniger die intellektuelle Frage nach dem Leid, sie widmet sich vielmehr dem persönlichen Umgang damit. Die christliche Antwort ist die Aufhebung des Leids in der neuen Welt Gottes (Offb. 21,1-7). Jürgen Spieß verweist hierbei darauf, dass diese Hoffnung keinem Wunschdenken entspringt, sondern einen festen Grund hat: Jesus Christus, der durch seinen Tod und seine Auferstehung die Trennung des Menschen von Gott überwunden hat. Die Antwort des christlichen Glaubens ist aber nicht nur die zukünftige neue Welt Gottes, sondern auch die Zusage der Nähe Gottes in unserem Leid. Angelehnt an die biblische Geschichte von Hiob erklärt Herr Spieß, was ihm selbst in der größten Not nach dem Verlust seiner Familie geholfen hat. Die Gegenwart von Freunden im Krankenhaus und der Zuspruch des Wortes Gottes, das ihm in den Losungen des Unglückstages und danach begegnet ist: „Und das ist die Verheißung, die er uns gegeben hat: das ewige Leben“ (1. Joh. 2,25); „Haben wir Gott für das Gute gedankt, sollten wir das Böse nicht auch aus seiner Hand nehmen?“ (Hiob 2,10); „Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben... uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist“ (Röm. 8,38-39). Jürgen Spieß beendet seinen Vortrag mit der Ansprache des Apostels Paulus an seine heidnischen Zuhörer in Athen, dass Gott nicht fern von einem jeden von uns ist, er will von allen Menschen gesucht und gefunden werden (Apg. 17). Diese Nähe Gottes in einer persönlichen Vertrauensbeziehung zu ihm gilt gerade auch im Leid.
Wer den Vortrag noch einmal anschauen möchte, kann dies hier tun:
https://schulzentrum.de/EvaSchulzeTrifft.html
Jürgen Spieß ist der Gründer des Instituts für Glauben und Wissenschaft, welches in diesem Jahr den Dokumentarfilm „Macht Leid Sinn?“ herausgegeben hat. Wer sich mit dem Thema Leid noch weiter beschäftigen möchte, dem sei dieser Film empfohlen. Die DVD ist in unserer Schulbibliothek zur Ausleihe erhältlich oder hier als Download zu erwerben:
https://shop.iguw.de/shop/products~c6841
Jens Nitschke
"Ist Gott im Universum zu finden?" - Vortrag des Astrophysikers Prof. Dr. Heino Falcke
"Glaube vs. Showbusiness“ - im Interview mit Samuel Rösch
Vortrag von Althistoriker Dr. Jürgen Spieß zum Thema „Wie viel Wissenschaft verträgt der Glauben?“
https://www.youtube.com/watch?v=n9Ftr9IyRjU
Vortrag von Mathematik-Prof. John Lennox zum Thema „Hat die Wissenschaft Gott begraben?“