Andachten aus den letzten Wochen

Gestalten der Liebe - Kleiner Brief an meinen Schutzengel

Lieber Schutzengel,

ich weiß, dass es dich gibt. Sonst weiß ich nur wenig von dir. Ich kenne deinen Namen nicht, falls du überhaupt einen hast. Und ich weiß nicht, wie du aussiehst. Vielleicht wie auf dem Bild hier? Eher angedeutet; die Gesichtszüge unsichtbar, die Kleider licht und bunt? Mehr Wehen als Gehen. Mehr zart als hart. Mehr Gehalt als Gestalt. So könnte es sein. Meine Fantasie malt sich dann alles Übrige aus. Was man nur andeutet wie der Maler hier, beflügelt meine Fantasie. Hauptsache, es gibt dich.

Ich weiß, dass es dich gibt. Für mich und alle. Manchmal warst und bist du da. Manchmal kommst du nicht einfach so, sondern willst gebeten sein. Wenn ein Unheil droht oder ich es befürchte, kommst du plötzlich um irgendeine Ecke und befreist mich von der Furcht. Oder du bleibst verborgen und wartest auf meine Bitte. Lieber Gott, sage ich dann vor mich hin, schick‘ mir den oder die, die mich schützen. Mindestens begleiten. Oder einfach irgendwie da sind, damit ich mich nicht so alleine fühle. Du, lieber Schutzengel, bist ja nicht einfach so in meiner Welt. Du bist ein Bote Gottes. Du machst deine Arbeit nicht auf eigene Rechnung oder Verantwortung. Ohne Gott gäbe es dich nicht. Das ist mal sicher. Du willst auch keinen Dank. Ich bete, bitte und danke nicht dir, sondern Gott, deinem und meinem Herrn.

Aber es gibt dich, so viel ist gewiss. Oft weiß ich erst hinterher von dir. So viele Male dachte ich nachher: Oh, da muss dich ein Engel beschützt haben. Das Unheil war nahe, aber es traf mich nicht. Meine Dummheit oder Leichtfertigkeit war groß. Es ging aber gut aus, jedenfalls aus meiner Sicht. Etwas hätte schlimm ausgehen können für mich oder andere, du aber hast eingegriffen, irgendwie gelenkt. Und es wurde gut, finde ich. Zumindest nicht so schlecht wie befürchtet. Weil du da warst. Du bist ganz oft da, glaube ich. Und doch bist du immer ein Rätsel. Und bleibst es. Was Gott durch dich tut, ist schön. Aber auch geheimnisvoll. Ich komme dem nicht auf die Spur.

Doch ich weiß, dass es dich gibt. Seltsam, dass ich nie Zweifel daran hatte. Du bist Gottes Gestalt in der Welt. Es ist die Liebe, die den Engel macht. Es gibt immer Schmerzen, Schuld und Tod. Furchtbare Fehler, die ich mache. Und Fahrlässigkeiten, so viele. Das alles gibt es; bei mir und anderen Menschen. Und es gibt Liebe, die das trägt. Immer gibt es die. Auch sie ist ein Rätsel. Wie kann das sein, dass es solche Gewalt und Wut und Wunden gibt, dazu aber auch wieder Liebe und Fürsorge? Wie kann das sein?

Weil es dich gibt, glaube ich. Weil wir nie alleine sind, nie ohne eine Gestalt Gottes sind wie dich. Liebe ist, was Gott von sich zeigt. In einem Engel. Von irgendwoher, in seltsamer Gestalt, manchmal bald wieder weg. Ich bleibe zurück. Und bin nur noch dankbar.

(Klaus- Michael Streibert)

Komm heilger Geist

Link zu unserer Pfingstandacht: https://player.vimeo.com/video/555120389

Sonntag - Ein besonderer Tag

Am siebten Tag hatte Gott sein ganzes Werk vollendet und ruhte von all seiner Arbeit. Gott segnete diesen Tag und machte ihn zu etwas Besonderem, denn an diesem Tag ruhte Gott, nachdem er sein Schöpfungswerk vollendet hatte. 1 Mose 2:2-3

Über 100 Mal wird dieses Wort in der Bibel erwähnt: der Sabbat. Es scheint, als wäre das ein wichtiges Thema für Gott. Der Sabbat soll eine Pause sein vom Leben, von all den Aufgaben und Dingen, die wir tun (sollen). Gott gibt uns das Gebot, eine Pause vom Alltag einzuhalten. Er hat es selbst vorgemacht, als er nach der Schöpfung der Welt am siebten Tag ausgeruht hat. Bei uns ist dieser Ruhetag ein Sonntag.

Hast du sonntags trotzdem wichtige Termine? Der Gottesdienst, ein Familientreffen und viele Hausaufgaben, die bis Montag zu erledigen sind?

Die Zeit im Gottesdienst ist eine gute Gelegenheit, wirklich an Gott zu denken, mit ihm im Gebet zu reden und einmal inne zu halten. Das ist gut, weil uns das in seine Nähe bringt.

Auch die Zeit mit der Familie kann eine echte Chance sein, endlich mal gemeinsame Zeit zu verbringen. Oft ist unter der Woche so viel los, dass es gut ist, sich zu sehen und etwas zu unternehmen.

... und was ist mit den zu erledigenden Hausaufgaben? Versuch doch mal, in den nächsten Wochen den Sonntag vom Lernen und Stress freizuhalten. Das Motto lautet: vorher fertig sein und nicht alles bis zur letzten Sekunde aufschieben. Wie wäre es, wenn du schon am Freitag deine Hausaufgaben erledigst?

Mir hilft es an wenigstens einem Tag in der Woche von allen Aufgaben eine Pause zu machen. Ich bin mir sicher, dass sich Gott freut, wenn du Zeit mit ihm verbringst und wenn du dich erholst.

Zum Schluss noch eine praktische Idee. Schreibe einen Sonntags-Wunschzettel: was tust du gerne in deiner freien Zeit? Wie machst du Pause? Plane damit deine nächsten Wochen. Stehen Arbeiten an? Musst du Lernen? Versuche doch mal, das vor dem Sonntag zu erledigen. Gott hat es selbst vorgemacht und am siebten Tag seiner Schöpfung ausgeruht.

(von Mirijam; crossover skul)

Brannte nicht unser Herz vor Begeisterung?

Andacht für Montag, den 26. April

Liebe Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Mitarbeitende und Freunde des Eva Schulze,

sehr gerne würde ich euch fragen, wofür euer Herz brennt bzw. wovon ihr begeistert seid.

Bitte überlegt mal einen Augenblick …

Stefan Zweig erzählt in seinem Buch „Sternstunden der Menschheit“ – nicht ganz historisch – die Entstehung des Oratoriums „Der Messias“ durch Georg Friedrich Händel. Demnach war Händel nach einem Schlaganfall schwer erkrankt. Die Ärzte hatten ihn bereits aufgegeben. Doch Händel wurde entgegen den Erwartungen der Ärzte wieder gesund. Als er selbst spürte, wie die Lust und die Kräfte zum Leben zurückkehrten, schuf er sein bekanntestes Werk wie in einem Rausch. Ich denke, Stefan Zweig war von Händels Messias begeistert, als er diese Geschichte schrieb. Erfüllt es dich auch mit Begeisterung? Der bekannteste Chor ist das Halleluja!. Du kannst es dir hier anhören: https://www.youtube.com/watch?v=usfiAsWR4qU

In der Bibel steht folgende Geschichte (Wenn du das Bild anklickst, solltest du die Geschichte hören können):

 

 

Janet Brooks Gerloff, Abtei Kornelimünster

Ich liebe diese Geschichte. Sie ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Ich mag besonders die Stelle, als die drei in Emmaus angekommen waren, Jesus weitergehen wollte, aber die beiden Jünger ihn baten: „Bleibe bei uns.“ Sie spürten, wie gut ihnen die Gemeinschaft mit dem Fremden tat, vielleicht auch, dass er ihnen merkwürdig vertraut war. Sie fühlten sich wohl in seiner Nähe. Ihnen brannte das Herz. Das, was der Fremde und zugleich Vertraute ihnen erzählte, erfüllte sie mit Begeisterung. Wenn das wahr ist, was ihnen der vertraute Fremde erklärte, hat diese Botschaft die Kraft, die Welt zu verändern.

Ich möchte euch einladen, zu überlegen, was ihr heute tun könnt, dass sich Zuversicht und Hoffnung ausbreiten, so wie sich die Botschaft von Ostern ausgebreitet hat.

Einige Gemeindepädagoginnen und -pädagogen aus Leipzig haben mit der Aktion Hoffnungstüten dazu einen Beitrag geleistet. Unter #hoffnungstüten kannst du einen Eindruck davon bekommen. Vielleicht magst du auch noch etwas ergänzen oder du hast eine ganz andere Idee.

Ich wünsche dir eine gute neue Woche. Sei erfüllt von österlicher Hoffnung und Zuversicht. Sei und bleibe behütet und gesegnet. Deine Susanne Stief.